Der etwas andere Reisebericht zur Tour 2010 ...

... ganz ohne Prolog, live geschrieben, los gehts:

04:08 pm - La Quinta Inn, St. George/UT

 

Viele Grüße aus St. George - ja wir sind mal wieder auf Kurztour durch Südwest…

Was bisher geschah:

Der Flug mit Condor nach Las Vegas war (was sich einige hier ja nicht wirklich vorstellen können) wie immer ohne besondere Vorkommnisse. Eine halbe Stunde Verspätung beim Start und bei der Landung, dafür ne sehr schnelle Immi (von Esta wollte übrigens weder in Frankfurt noch in LV jemand etwas wissen). Den kleinsten SUV über Holiday Autos gebucht. Dieses Mal National, da der Alamo-Schalter in LV gerne aus allen Nähten platzt. So war es dann auch - bei Alamo war die Hölle los und bei National stand genau niemand, also außer mir dann natürlich! Roadsideblabla abgelehnt und mit dem Kürzel IFAR zur Choiceline (Alamo und nicht wirklich nach Buchungstypen aufgeteilt). So lange haben wir noch nie in ner Choiceline gestanden - nein, nicht das da kein SUV rumgestanden wäre, die Auswahl war zu groß! Also entweder haben wir nur immer unheimliches Glück oder die Kläger der leeren Choicelines haben immer Pech. Es standen ca. 25 Suvs in der Reihe, von Jeep Laredo 4x4 über Wrangler, Ford Explorer…
Der einzige Koreaner in der Auswahl war - nein kein KIA Sportage - ein Chevy Tahoe. Der war uns aber wirklich zu groß und so wurde es ein undefinierbar lackierter Ford Explorer mit 11,5T Miles, schön hochgebockt aber ohne 4x4, was wir aber eh nie brauchen. Wir fahren ja eher selten unpaved, der SUV wird nur wegen der höheren Sitzposition gewählt. Noch mal zur Erinnerung, wir haben den kleinsten SUV gebucht…

Zwei Portionen Orange Chicken und ein paar Meilen später sind wir in St. George im La Quinta gelandet. Praktisch gelegen zu nem Walmart. Dort sind wir auch gleich 160 Dollar für die üblichen Verdächtigen losgeworden. Angefangen bei der Kaffemaschine über die Kühlbox, einer Kiste Coors, ein paar Flaschen Rotwein, einem neuen Randy (also Rand McNally), einem Spielzeugauto und was man halt sonst noch so braucht!
Der Abend wurde mit VomKnochenFallRippchen im Texas Roadhouse verbracht und jetzt sitze ich halt nach 4 Stunden Schlaf mitten in der Nacht vor dem Netbook…

Da wir ja Freunde einer seltsamen Routenführung sind, fahre wir heute nicht in den Zion (der kommt aber natürlich auch noch dran), sondern fahren zu einem ehemaligen Campingplatz und “viewen” mal, was sich da seit unserem letzten Besuch 1998 getan hat.

08:20 pm - The VIEW Hotel, Monument Valley/AZ

 

Was seit St. George geschah:

Wir sind heute ins Monument Valley gefahren. Das MV haben wir seit 1998 erfolgreich gemieden, aber jetzt war unsere Neugier auf das View doch größer.

Eine Runde Auto einsanden, einen MonsterChiliTaco im Restaurant verputzt, ein paar private Coors gekippt (hier gibt’s ja keinen Alk) und nun sitzen wir auf dem Balkon und warten auf die langen Schatten, lange wird’s nicht mehr dauern! Natürlich hoffen wir auch, dass morgen die Sonne aufgeht, das View mit dem View ist ja nicht billig!

Viel mehr haben wir heute auch nicht gemacht. Obwohl stimmt nicht, wir sind kurz in der Aikens Lodge vorbeigefahren und haben nachgeschaut, wie das Teil in Wirklichkeit da steht. Seltsamerweise sieht das Teil in echt besser aus, als im Internet. Eine echte Rarität sozusagen!

Unser Autochen schluckt mächtig, was aber zu erwarten war. Macht auch nix, unsere Tour ist extrem meilengeizig.

Wo wir also beim nächsten Tag wären. Sollten wir finden was wir suchen, wird es ein extrem ruinöser Tag werden. Da wir aber selten alle Locations die wir uns vorgenommen haben auch wirklich besuchen, lasse ich mich mal von uns selbst überraschen. Ist auch ein wenig wetterabhängig…

Tatatata und schon sind wir beim Wetter - heute wars sonnig, ne es ist immer noch sonnig um die 80F. Was machen eigentlich die Schatten und was soll man dann sehen?

Ich geh mal gucken, Coors an den Mann…


…vielleicht geht’s um dieses Foto?

 

05:03 am - Four Corners Inn, Blanding/UT

 

Viele Grüße aus Blanding... 

Ja Blanding, nie hätte ich gedacht, dass wir in diesem Nest einmal übernachten werden. Bisher beschränkten sich unsere Aktivitäten in Blanding auf das fassen von Sprit und das wars.

Aber da wären wir schon beim nächsten Thema “Sprit”.
Denn auch hier scheint alkoholfreie Zone zu sein. Zumindest verputze ich zu den 4 Old Tymer Tacos ein paar Gläser Coke, da die Getränkekarte als alkoholische Mittel nur alkoholfreien Wein präsentierte. Auch Clarks Supermarkt wollte uns keinen Nachschub an Prozentigem verkaufen. Verstehen tue ich das irgendwie nicht. Warum kriegt man an der Tanke in Mexican Hat Einliterbomben Miller High Live und Blanding ist wieder trocken. Ist Mexican Hat weniger rothäutig als Blanding? 

Ok, Sorgen um unseren Promillepegel braucht man sich nicht machen. Die Anfangsvorräte gehen zwar zur Neige, aber natürlich haben die Einliterbombe und ein paar Monsterdosen Coors in Mexican Hat den Besitzer gewechselt! Der durstige Mann baut vor…

Ok, weiter mit Prozentigem…
…manch einer kennt sicher noch unsere berühmte Rubrik (aus Discover America) “was haben wir heute alles nicht gesehen” - diese werden wir zwar nicht fortsetzen (ich verrate doch nicht unsere supertollen Geheimlocations), aber die erledigten Locations in Prozent verraten ja auch einiges!

Gestern, also am Dienstag haben wir tatsächlich annähern 75% unserer Vorgaben erfüllt. Die Frage ist nur, ob wir überhaupt 100% erreichen hätten können? Was an normalen Tagen durchaus in Reichweite liegt, dürfte dieses mal an der noch fehlenden Mount Everest Erfahrung liegen.

Wie schon angekündigt sollte dieser Tag ruinös werden und er wurde es auch, nicht nur ruinös, sondern geradezu katastrophal! Keine Ahnung was momentan los ist, aber wir sahen einstürzende Dächer, brennende Häuser, Restaurants und Supermärkte ohne Alkohol - achso die letzten 2 hatten wir schon…

Während man um einstürzende Dacher zu sehen eine Machete und etwas wayfinding benötigt, ist der Weg zur Brandkatastrophe ein gemütlicher Spaziergang. Wer auf unzählige Kratzer an den Schienbeinen steht, sollte den letzen Weg unbedingt in kurzen Hosen laufen. Diese kleinen kratzigen Büsche, denen man nicht entkommen kann, verleiten einem zu einer stechschrittartigen Gehweise. Sieht bestimmt lustig aus, aber man sich sich ja nicht. 

Wir wären nun bei 50% - das nächste Viertel sind die Butler Wash Ruins. Wobei wir da nicht zum Overlook wollten, sondern richtig hin. Es soll auch gehen, aber wie man gehen soll, ist mir rätselhaft. Ich habe einen Plan mit 2 eingezeichneten Wegen, aber nachdem wir dann doch erstmal zum Overlook gegangen sind, halte ich dieses Vorhaben für schwer durchführbar. Zumindest vom Overlook gesehen, kann ich mir nicht vorstellen, ohne Kletterausrüstung dort hin zu kommen. Ok, die Indianer müssen ja auch irgendwie einen Weg gehabt haben (oder eben Kletterausrüstung), aber für uns war an diesem Tag nix drin.

Natürlich ist das Thema BWR noch nicht gegessen, für 2010 schon, aber ich werde mich noch mal schlau machen, ob und wie man dort wirklich hin kommt. 100% waren also nicht mehr möglich und so haben wir auf das letzte Viertel auch gleich verzichtet. Wobei dieses Viertel sehr interessant zu sein scheint, wenn man es den findet!

Erstmal egal, es war recht spät, bollenheiß und es reichte auch irgendwie. 50% oder sagen wir 65% sind für uns eh eine beachtliche Quote!

Zum Schluß noch eine Beschwerde über die Indianer. Auf nix kann man sich mehr verlassen. Da fällt man im View ein und die sind tatsächlich freundlich. Freundliche Indianer, wir waren fassungslos! Das waren sicher nur leicht übergewichtige, schwer sonnengebräunte Bleichgesichter…
…aber ich bin noch nicht fertig - jetzt zocken die einem nicht mal beim Abendessen im View ab. Zwei leckere Monsternavajotacos und zwei Getränke für knapp 30 Bucks. Und um den Deckel draufzusetzen gibt’s auch noch für 6 Bucks pro Nase ein Breakfastbuffet, wir waren geschockt, so kanns nicht weitergehen!

Weitergehen tuts aber schon und zwar nach Moääb. Endlich kommen wir wieder hin, 15 Monate ohne Moääb verursachen bei uns schwere Entzugserscheinungen. Aber bald hats ein Ende - Eddie wir kommen... 

Auf dem Weg dorthin werden wir vielleicht unser fehlendes Dienstagsviertel antesten und den Nadeln mal wieder einen Besuch abstatten, oder auch nicht…


Drei Bildchen dürfens noch sein:

 

Sonnenaufgang im Monument Valley
Fallen Roof Ruin
Das House On Fire brennt nicht immer. Richtige Tageszeit oder Photoshop helfen, oder man lässt es wie es ist...

06:58 am - Inca Inn, Moab/UT

 

Hallo - Grüße aus dem Inca Inn in Moääb 

Was brachte und der Mittwoch?

Also geplant war ein Besuch des Needles District. Diese Vorgabe haben wir zu 100% erfüllt. Aber eigentlich wollten wir ja zum Chesler Park wandern, das haben wir natürlich nicht gemacht. 

Die Gründe dafür sind schnell erzählt. Die Nummer 1 wären die restlichen 25% des Vortages und danach als Nummer 2 der “Big B Burger” - Schuppen in Blanding. Diese 2 Locations ließen uns erst um 2 pm am Elephant Hill Trailhead eintreffen und das war bei dieser Gluthitze viel zu spät für den Chesler Park. Die ToDo-Liste verliert den CP also noch nicht!

Zwischendurch als Info: Road zum Elephant Hill Trailhead wieder perfekt zu befahren. Die Straße in den Lavender Canyon ist momentan nicht zu befahren und wenn ichs recht gesehen habe, auch mit einem Tor direkt am Abzweig versperrt!

Also die 25 fehlenden Prozent waren eine spaßige Wanderung (oder eher Spaziergang) zu ein paar netten Behausungen die anscheinend weitgehend unbekannt sind. Zumindest das deutsche Google hat genau einen Treffer zu dieser Location.

Später werde ich mal schauen, ob ich ein brauchbares Bild davon habe. Ich bin mir sicher, dass noch nicht viele von euch dort waren (könnte sich aber ändern).

Danach Big B Burger und ab ins Canyonland, einen neuen Annual Pass gekauft und mal schaun was die kaputte Elephant Hill Straße macht. Wie schon geschrieben, perfekt zu fahren, tolle Gegend, da müssen wir auf jeden Fall mal wandern, aber halt nicht erst am Nachmittag. Deshalb sind wir auch nur ein wenig rumgekraxelt…

Weiter in knapp 90 Minuten nach Moääb und gleich eingecheckt im Inca Inn, jetzt sogar mit Ice-Maschine! Im City Market die Getränkevorräte aufgefüllt und ab zu Eddie. Essen lecker wie immer und dazu ein paar Squatters Häff (wie Ray zu sagen pflegte).

Und was machen wir heute?

 
Hmmm, noch ist nix geplant, aber der Arches wird wohl wieder dran glauben müssen!

 

Im Steinbruch verstecken sich die 25% - die Ballroom Cave Ruin!
...von außen sieht man es besser.
Ballroom Cave Ruin
Die etwas weiter hinten gelegene Ruin.

Weitere Bilder zur Ballroom Cave Ruin und ein GPS-Track gibt es hier!

09:15 pm - Inca Inn, Moab/UT

 

Hallo - immer noch Grüße aus Moääb 

Was haben wir denn die letzten 2 Tage so angestellt?

MoääbTag 1 gehörte zuerst mal dem Arches NP. Dort wollten wir den Ring Arch besuchen. Dummerweise existiert aber kein Weg dorthin. Eigentlich ganz schön gemein, denn man sieht das Teil von der Parkstraße, aber man kommt nicht wirklich gut hin. Auch die Wegpunkte des Zehrer Fritz helfen da nicht weiter. Vielleicht liegt es an der Blütenpracht dieses Septembers, aber der nicht existierende Weg ist eine Anhäufung von Dornenbüschen. Was die ersten 30 Minuten noch lustig ist, wird dann zum Kampf Mensch vs. meterhohe Büsche aller Art! Ne Freunde der Nacht nach ca. 45 Minuten haben wir gewendet, Frauchens zarte Beinchen haben protestiert. Wir waren nah dran (Luftlinie 500 Meter sagte das Garmin), aber diese 500 Meter gehen nur noch mit Kettensäge. Also der Ring Arch verbleibt in der ToDo-Liste, versehen mit “nur mit langen Hosen und langärmeligem Oberteil”. Ach so, habt ihr den Ring Arch schon mal in Original gesehen? Ich war erstaunt, wie gut man den von der Parkstraße sieht, wenn man weiß, das er da ist!

 

 

Ok, wir haben uns dann noch ein paar weniger unbekannte Arche angesehen und haben uns dann davon gemacht. Im September ist in USA die Hölle los und so kommt der Arches menschenmassenmäßig natürlich auch nicht ungeschoren davon!

Wir sind dann erstmal zum Lunch zurück nach Moääb und haben doch tatsächlich was entdeckt, wo wir noch nie waren (Das wird wohl daran liegen, dass wir in Moääb immer nur bis zum Eddie kommen!). Das Moääb Diner gibt’s wahrscheinlich schon 100 Jahre, wir waren noch nie drin, hat sich aktuell geändert. 

Dann wollten wir eigentlich den Long Canyon unter die Räder nehmen. Leider scheint dieser aber momentan in einem oberüblen Zustand zu sein und so haben wir umgeswitcht und sind die von uns nicht so farbenprächtige eingeschätzte Onion Creek Road gefahren.

 

 

Immerhin darf man danach gleich mal einen Hochdruckreiniger benutzen, um die Kiste wieder in den original Farbzustand zurück zu versetzten. 

Abends natürlich wieder Eddie, von dort kommen wir auch jetzt gerade wieder und haben uns mal wieder gefragt - warum sieht man in Moääb keine Schwarzen (ist das politisch korrekt?). Bei den sicher über 10 Besuchen haben wir eigentlich noch nie einen gesehen, zumindest können wir uns nicht wirklich daran erinnern. Fahren die kein MTB, mögen kein Rafting, kein ATV, keinen Jeep…

Heute haben wir den Mittwoch nachgeholt und sind zum Chesler Park gelaufen. Viel Fahrerei aber auch grandiose Landschaft. Wobei ich finde, dass bei dieser Wanderung der Weg das Ziel ist. Der Chesler Park kam mir weniger spannend vor, als die Strecke selbst. Aber auf jeden Fall besuchenswert, wenn man 10 km laufen will!

Zum Schluß noch das Wetter. Ein herber Wetterumschwung hat uns erwischt. Seit unserer Ankunkt haben wir noch keine Wolke gesehen und jetzt das…

 

 

Ohne Regen-Abschirmung kann man nicht mehr auf die Straße. Hmm ok, ist wahrscheinlich wie bei Tom + Jerry, wenn die Regenwolke immer über Tom steht. Die armen Japaner müssen dem Regen trotzen, während wir 2 Meter weiter verbrutzeln! Also wir waren noch nie im September in USA, aber so ein Traumwetter haben wir uns wirklich nicht vorgestellt! Sonne satt, wolkenlos, immer so um die 90F - perfekt. 

Morgen geht’s nach Torrey in unser Lieblingsmotel - das Chuckwagon.

 

 

 07:36 am - Homecoming to Chuckwagon Motel, Torrey/UT

 

Guten Morgen - wir sind zu hause - nein nicht in D, sondern im Chuckwagon in Torrey. An diesem Motel haben wir seit Jahren einen Narren gefressen und wissen eigentlich gar nicht warum! Macht aber nix, Hauptsache wir fühlen uns wohl… 

Gestern waren wir noch im Jailhose Cafe in Moääb, dann fix zum Death Horse Point. Mit dem kann ich zwar nix anfangen, aber Frauchen wollte unbedingt overlooken. 10 Bucks ärmer ging es dann weiter ins Goblin Valley. Ich wollte mal antesten was mir besser gefällt - Little Egypt oder GV. Im GV waren wir schon ewig nicht mehr. LE war 2009 dran.

Also das GV schlägt auf der überparteilichen, unbestechlichen acrossboundaries-Liste LE um Längen, aber das ist ja wie immer Geschmacksache. Mehr als ne Stunde hat man es da drin aber nicht ausgehalten. Wir haben heute Temperaturen in den hohen Neunzigern! Bin aber trotzdem ganz schön rumgekommen (Frauchen blieb am Auto - too hot - und so konnte ich mal wieder joggen) und entdeckte doch einige farbenfrohe Felsen, die ich so nicht mehr in Erinnerung hatte. Man muss im GV doch einige Meter machen und nicht nur das erste Tal besuchen!

Dafür haben wir heute wohl das seltsamste Restaurant entdeckt, welches wir je besucht haben. In USA ist man ja einiges gewohnt, aber das - ähmm keine Ahnung wie das hieß, es stand nix dran - war der Abschuß. Da kommst rein und in dem Raum steht genau ein Tischchen mit 2 Stühlen. Der Raum selbst war aber nicht so klein. Ok, wir wollten eh auf die Patio, da war Livemusik. Dort lungerten dann eine ganze Ladung Leute rum, die riesengroße Sporttaschen dabei hatten, in denen Unmengen von Frisbeescheiben waren (pro Tasche sicher 20 Stück). Irgendwie versuchten die mit den Scheiben in seltsame Körbe zu treffen…
…selbstredend waren die total besoffen und was weiß ich noch alles… 


Beim Anblick der Bedienung würdest du sofort jedes dt. Lokal verlassen, abgesehen davon, dass neben der Patio angenagte Tierknochen lagen!
So oder so, die Bedienung war super nett, die Pizza war sensationell lecker (ok der Neapolitaner wäre sicher nicht begeistert) und der Ausblick vom Rim ins Capitol Reef bei Sonnenuntergang klasse. Das war ein absolut gelungener Abend, auch wenn wir am Anfang höchst skeptisch waren! Sollte mal einer dort rein wollen, das Teil liegt gegenüber des BW Capitol Reef und ist NICHT das Rim Rock Inn & Restaurant, sondern das Teil darunter (steht irgendwas mit Pizza und BBQ dran). Es könnte das Rim Rick sein, wissen tun wir es nicht… (Anmerkung der Redaktion 2011 - jetzt wissen wir wie es heißt).

Sodele, wir setzen jetzt den Kaffee auf und holen aus dem Chuckwagon Deli leckere frische Kalorienbomben...

 

04:30 pm - Aikens Lodge, Kanab/UT

 

Liest hier noch jemand?  Egal - hier bin ich wieder! 

Was haben wir denn so angestellt?

Im Capitol Reef sind wir zuerst mal zum Rim Overlook gelatscht und haben danach die Hickman Bridge besucht. Übrigens mein erster Arch bzw. Brücke, den ich in echt gesehen habe, damals als ich noch jung war, also so 1996. 

Nach einem Mittagsmahl bei Subway sind wir mit rasanten 35 Meilen Durchschnittsgeschwindigkeit und unter Berücksichtigung aller Viewpoints die 12 gefahren! Nach dem netten Schlangenteil sind wir wieder umgekehrt, auf unserer ToDo-Liste war seit Jahren die Hells Backbone Road eingemauert. Jetzt war sie fällig. Und was soll ich sagen, der September scheint die genau richtige Jahreszeit zu sein. Ein Farbenspiel auf einer unpaved Road wie wir sie lieben. Breit und ohne größere Rillen... 

In Escalante angekommen, sind wir ins - ja ich höre manchen verächtlich lachen - Circle D eingecheckt. Was bleibt uns den anderes übrig. Es gibt größere Übel in Escalante plus das Slot Canyons Inn, welches uns dieses Jahr zu billig war... 

 

Gespannt wie ein Flitzebogen auf unser Deluxe-Zimmer bekamen wir doch tatsächlich die Nummer 12. Also das erste Zimmer im hinteren Gebäude. Juhuu, endlich wieder bergauf in die Dusche laufen, die 12 hatten wir schon letztes Jahr. Aber natürlich haben wir es überlebt, genau wie den BLT beim Outfitter!

Heute Morgen natürlich wieder Outfitter mit einem leckeren Breakfast Burrito und dann hatten wir 3 mögliche Strecken nach Kanab vor Augen.

Da wäre die Nummer 1, die CCR. Laut BLM momentan eine 4X4 Strecke, natürlich incl. HC. Genau das Richtige für uns, also schon mal rausgefallen. 

Nummer 2, der allseits beliebte BryceCanyon. Ne Freunde der Nacht, da ist momentan die Hölle los. Fällt also auch aus... 

Nummer 3 bekam dann den Zuschlag, der Kodachrome Basin SP. Genau die richtige Location für dieses Wetter. Wir haben nämlich zum ersten Mal ein paar Wolken am Himmel und das kommt in KC richtig gut. 

Ein wenig durch die Gegend marschiert und weiter nach Kanab. Die Aikens Lodge war ja eine Empfehlung von Billma (aus einem USA Forum) und die haben wir dann mal in blindem Vertrauen gebucht (und haben sie uns an Tag 2 gleich mal im Original angeschaut). Dieses Teil, ich hatte es ja schon geschrieben, sieht im Internet um Längen schlechter aus, als in Original (Stand 2010). Ich glaube, wir hatten noch nie ein saubereres Zimmer als hier. Ein wirklich guter Tip Billma (grazie) und das Rocking V ist sagenhafte 2 Meter davon entfernt!

 

08:25 pm - Aikens Lodge, Kanab/UT

 

Ich schon wieder - keine Sorge nur noch Springdale, in LV habe ich für so ein Zeug keine Zeit. 

Hatte ich schon von unserem Erlebnis aus dem Rocking V berichtet? Nö, natürlich nicht, war ja erst gerade...
Also dieses RV ist ja mal ein tolles Lokal, ok, nicht billig aber preiswert. Mein Chicken Escalante ein Genuß, genauso wie unsere Bedienung! Ein Traum von einer Frau, hab gleich zu Frauchen gesagt, das ist keine Amerikanerin. Frauchen wettete dagegen und hat natürlich prompt verloren. Olissya (den Namen hatten wir natürlich erst mal nicht) ist selbstredend Russin und studiert Englisch und na, kommt ihr drauf ...
...deutsch. War auch ganz praktisch, wenn sie uns was gefragt hat, was wir ums Verrecken nicht auf englisch verstanden haben.


Trotz Frauchens verlorener Wette durfte ich Olissya nicht mitnehmen. Aber genug geschwärmt, bin froh, dass Frauchen mich versteht... 
Es heißt ja nicht umsonst, dass verheiratete Männer die nicht für andere Frauen schwärmen können, die untreusten sind!


Bilder wollte ich doch eigentlich zeigen:

 

Ein 1957er Thunderbird vor dem Chuckwagon
Canonville
Hell`s Backbone Road

 

Weitere Bilder der Hell`s Backbone Road gibt es hier!

 

 

Kodachrome Basin SP

 


09:15 am - Redaktion, Durlach/Baden

 

Hier bin ich wieder und leider (oder auch nicht) schon wieder zu Hause 

Aus dem Livebericht wurde die letzten Urlaubstage erwartungsgemäß nichts mehr. Wer deshalb glaubt, er wird von mir verschont - mitnichten. 
Deshalb geht es jetzt unlive weiter...

…wo waren wir den überhaupt stehen geblieben? 

Klar, Kanab war der Schluß, in Springdale und in Vegas bleibt keine Zeit für Liveberichte!

Also – Springdale stand an und somit unser Lieblingspark Zion. Ja, ich höre das Unverständnis der „Ziongegner“, die ich natürlich nur als wanderfaul abtue. Denn wer den Zion erstmal erwandert hat, der kommt von ihm nicht mehr los. Da fährt man dann sogar gerne Shuttle! Und wenn es doch anders sein sollte, kann es mir nur recht sein, es ist eh genug los dort!

Wir hatten den Zion ja anfänglich links liegen lassen um ihn an den Schluss zu setzten. Dies ist eine gängige Praxis bei uns, da wir im Zion nicht jetlaggeplagt sein wollen! Ich nehme mir da gerne auch mal ne größere Wanderung vor und da ist Ausgeschlafenheit nicht zu unterschätzen. Im Zion verfalle ich nämlich gerne in die seltsame Krankheit, normale Wanderungen in Rekordtempo zu erledigen. Das führt dazu, dass ich diese Tage immer alleine bestreiten muss, da Frauchen mich dann für durchgeknallt hält  und keine Lust hat, mir hinterher zu rennen. Joggend zum Observation Point wäre da nur ein kleines Beispiel …
…macht übrigens herrlich feste Waden, sollte einer Interesse daran haben…

Ok, weiter im Tagesablauf, ne halt, erst noch das:
Tendenziell ist es menschenmassenmäßig im Zion nicht anders als in den anderen bekannten und zentrumsnahen Nationalparks. Ein wenig abseits der „normalen“ Wege, gepaart mit ein wenig Anstrengung und schon ist man mehr oder weniger allein zu zweit!

Wir sind also in Kanab aufgebrochen, natürlich nicht ohne noch mal beim Rocking V vorbei zu gehen.

 

 

Leider war Olissya nicht da, was aber auch nicht weiter verwunderlich war, denn der Laden hatte morgens um 8 nicht geöffnet (ok, ehrlich gesagt bin nur ich hin gegangen).

Der Weg zum Zion ist nicht weit und so hatten wir vor unserem urlaubigen Springdale noch ein paar kleinere Spaziergängchen eingeplant, die wir noch nicht kannten. Die Zionliebhaber werden die Bibel des Zion kennen. Joe`s HP ist eine Fundgrube für Ziele abseits des Trubels. „Many Pools“ war so einer, eigentlich direkt an der Straße und nach einer Meile kann man schon wieder umdrehen. Wenn das mal nichts für die Gehfaulen ist! Hat man erstmal die richtige Parkbucht und den Anfang des nicht existierenden Weges gefunden, eröffnet sich einem eine grandiose Landschaft ohne Menschen dafür mit Vogelspinnen

 

 

und anderem Getier. Die Pools waren bei uns wetterbedingt leider nur noch Tümpel, schön war es trotzdem dort. 

 

 

Weiter ging die Fahrt zum nächsten Ziel, den Lower Pine Creek Falls. Ursprünglich wollten wir noch bei den Pine Creek Swimming Holes vorbei, da konnte man aber baustellenbedingt nicht parken, da die Straße durchs Tunnel neu asphaltiert wird und der Trupp genau an der angepeilten Parkbucht hantiert hat. Also weiter zur ersten Parkbucht (von Springdale gesehen) nach Canyon Junction und Rehlein wird’s schon ahnen  , auch hier kommt ohne Shuttle hin und hier ist der Weg nicht mal ne Meile lang. Dafür muss man ein wenig kraxeln (wie schreibt Joe: "with a bit of wading and boulder-scrambling") und wird dann später mit einem kleinen Wasserfall belohnt, bei dem wir natürlich wieder einmal allen zu zweit waren.

 

 

Man lernt dort unter anderem, dass Fledermäuse anscheinend gerne auch mal an Felsen kleben, an denen es tagsüber taghell ist. Fledermäuse sind auch nicht mehr das, was sie mal zu Batmans Zeiten waren!

 

 

Springdale ist nicht mehr weit und somit auch unser Homecoming Part 2. Springdale ist für uns Erholung pur und deshalb, wie oben schon erwähnt, urlaubig! In Springdale gibt es für uns nur eine Unterkunft und ein „Restaurant“, da machen wir keine Kompromisse. Die Unterkunft heißt „Desert Pearl Inn“ und spendiert returning customers gerne mal einen 10% Rabatt (wenn man es dezent anklingen lässt), was sich bei den Übernachtungspreisen schon lohnt! Eine wirklich tolle Loacation, die jeden ausgegebenen Cent wert ist. Natürlich kann man darüber streiten, ob man einen Backofen, eine Microwelle, eine Geschirrspülmaschine und was weiß ich nicht noch alles im Zimmer braucht, aber auch ohne diese Frauenmaschinen (aua) wäre das DPI ein Traum.

 

 

Magenfüllend gibt es für uns auch keine Alternative zu Oscars, auch wenn es den Charme der Hippiekneipe langsam verliert. Gemütlich draußen sitzen, gut und reichlich essen, Squatters Hefeweizen (durchaus trinkbar) und feinen amerikanischen Merlot – was will man mehr?

Mehr brauchen wir nicht in Springdale und schauen mit Grausen auf die, die zum Übernachten nach Hurricane fahren. Na ja, wers braucht, wir bleiben lieber in Springdale und zwar bis Springdale zum zweiten Sedona mutiert, dann müssen auch wir umdenken! Solange Springdale nur preislich mitzuhalten versucht, haben wir aber kein Problem.

So genug geschrieben zum ersten Ziontag. Tag 2 kommt mit viel weniger Text (vielleicht) und über Las Vegas schweige ich wie immer. Was soll man auch über Las Vegas Tage schreiben, außer vielleicht,

- dass unser Autochen am letzten richtigen Urlaubstag „low tire pressure“ gemeldet hat
- wir deshalb statt nach Nelson zu fahren uns einen Luftdruckprüfer gekauft haben
- festgestellt haben das hinten rechts tatsächlich 0,6 bar weniger Druck drauf war
- wir keinerlei Lust zum Reifenwechsel hatten (wäre unser erster gewesen)
- nach 3 Versuchen ne Tanke gefunden haben, wo air mal für umme ist und das Teil sogar funktioniert
- wir als Nelsonersatzprogramm shoppen waren
- unser Autochen dann nach einiger Überlegung am Abend, besser gesagt mitten in der Nacht abgegeben haben, um einem Reifenwechsel am Abreisetag aus dem Weg zu gehen
- und dadurch auch tatsächlich das Vergnügen hatten, 2x in Vegas Taxi zu fahren

So jetzt aber genug, der 2te Ziontag folgt irgendwann…
Ne halt doch noch was:
Wie schaffen wir es, den Amis beizubringen, dass in ein Hefeweizen keine Zitronescheibe gehört?


09:50 pm - Redaktion Part2, Durlach/Baden

 

So, wollen wir das Leid beenden und kommen zum letzten Bericht der Tour 2010. 

Der 2te Ziontag begann früh, die anstehende Wanderung sollte länger werden und das erste Shuttle sollte meines werden. Im September fährt das erste Shuttle um 6:45 im Park, man kann aber auch das Express-Shuttle aus Springdale nehmen, das fährt so um 6:35 und ist dann identisch mit dem 6:45er im Park (also zum Verständnis: das Springdale Express-Shuttle fährt IN den Park, was die anderen ja nicht machen).

Ich bin aber mit dem Auto in den Park gefahren. Halbsieben am Visitorcenter, stockdunkel und keine Menschenseele – war schon seltsam! Im Shuttle waren dann doch tatsächlich auch schon 3 Frühaufsteher, außerhalb massenhaft Viecher auf der Straße Richtung Weeping Rock. Der Shuttlefahrer erzählte auch, dass das erste Shuttle bei den Fahrern sehr unbeliebt ist, da man ständig Getier vor der Nase hätte!

Die Wettervorhersage für diesen Tag war auch nicht wirklich prickelnd, oder auch genau richtig für ne längere Tour, wie man es eben sieht. Kachelmann meldete 60% Regenwahrscheinlichkeit. Hört sich das schlecht an? Nun, immerhin 40% Chance auf trocken ist so schlecht nicht . Und nach 100% Sonne seit Ankunft, will man eh nicht klagen! Egal, ab geht’s…

Raus bei Weeping Rock und ab ging die Tour, aber wohin eigentlich? Eine Wanderung hatte ich schon länger auf der ToDo-Liste, sicher recht menschenleer und somit genau richtig für mich. Der Cable Mountain sollte bezwungen werden, eine Wanderung von ca. 16 Meilen mit einem Höhenunterschied von 2100 ft. Das gemeine an dieser Wanderung ist, dass man nach den 8 Meilen Hinweg zwar einige Höhenmeter hinter sich gebracht hat, aber trotzdem wieder genau am Ausgangspunkt seiner Wanderung steht (der Cable Mountain ist die senkrechte Felswand rechts vom Weeping Rock).

Link zum Track, sieht doch aus wie ein Rundkurs und ist eben doch keiner!

 

Für die Adleraugen sichtbar - die Materialseilbahn!

 

Mittlerweile wurde es langsam hell und somit war auch der holprige Untergrund Richtung Echo Canyon gut zu meistern. Bei diesem Weg frage ich mich eh ständig, wie viele Leute sich da schon die Haxen umgeknickt haben. Durch den Echo Canyon, noch ein Stück weiter, identisch mit dem Weg zum Observation Point. Dann geht’s aber rechts ab zum East Rim. Durch herrliche Landschaft, erst noch felsig, um später (nach ca. 4 Meilen) auf einem Hochplateau (eben dem East Rim) zu stehen. Die Höhenmeter sind nun mehr oder weniger geschafft, der Hinweg aber noch lange nicht. Man muss nämlich um den kompletten Echo Canyon herum laufen und das dauert eben noch einmal knappe 4 Meilen, die aber durch eine komplett andere Landschaft führen, die man dem Zion eigentlich nicht zutrauen würde. Wälder und Wiesen durchquert man, um dann bei den Überresten der Materialseilbahn zu stehen.

 

 

Die Überreste sind in den letzten Jahren leider immer weniger geworden und so hat man jetzt begonnen das alte Teil zu restaurieren. Diese Arbeiten waren gerade im Gange und auch schon mächtig fortgeschritten!

Die Aussicht vom Cable Mountain ist sicher nicht so spektakulär wie von Angels Landing oder dem Observation Point, dafür ist der senkrechte Tiefblick viel beeindruckender (ging zumindest mir so). Man sieht einen großen Teil der Strecke zum OP inclusive der Slotpassage im Echo Canyon.

 

Shuttlebus bei Haltestelle Weeping Rock
Der Echo Canyon von oben...
...und der Observation Point von "drüben"!

 

Auf dem Cable Mountain habe ich dann erstmal gefrühstückt. Ein leckerer Cliffbar Blueberry und ein Fläschchen Danonewasser, mehr hatte ich nämlich nicht dabei! Die Arbeiter am CM waren übrigens die einzigen menschlichen Wesen, die ich seit meinem Start gesehen hatte. Auf dem Rückweg kamen mir dafür einige Wanderer auf dem East Rim entgegen. Diese kamen aber nicht von unten, sondern wählten den Chicken Way, der ohne Höhenmeter auskommt (pfff Woichoier).

Einsam war der Rückweg übrigens nur bis zur Kreuzung mit dem Wanderweg zum OP. Dort erwartete mich dann wieder das ganze Ausmaß der Zionüberbevölkerung. Was sich dort den Buckel hoch quälte war nicht mehr normal. Nicht nur die Anzahl, auch der Zustand der Spaziergänger war größtenteils erschreckend. Da wundert einem es auch nicht, wenn man von Todesfällen beim wandern hört, da brauchts nicht mal Angels Landing! Sicherlich ist es nicht gerade gesund, mit nur nem halben Liter Wasser auf so ne Wanderung zu gehen (egal ob OP oder CM), aber wenn ich 4 Liter mitschleppe und durch das Zusatzgewicht nach 10 Minuten schon auf dem Zahnfleisch gehe, bringts das ja auch nicht. Na ja, mir kann es ja egal sein…

Wieder beim Shuttle angekommen, hatten wir auch die einzigen Regentropfen unserer Tour zu bestaunen. 5 Minuten heftigste Regenfälle und das war es dann auch. Zurück im DPI erstmal Wadenpflege und dann ab zu – natürlich – Oscars!

 

Weitere Bilder zum Cable Mountain gibt es hier!

Und somit endet mein Livebericht, der zum Schluss nicht mehr live war und hier auf der Homepage nie live war...