Was macht man, wenn in Deutschland das Thermometer zweistellige Minusgrade anzeigt? Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel einen Winterfluchturlaub anzutreten. Das machen wir jetzt schon seit 3 Jahren und dieses Jahr haben wir es auch optimal geplant. Abflug am 31. Januar, eben genau an dem Tag als es kalt wurde über Baden! 

 

Ziel war zwar Miami, aber eigentlich ging es eher in die Karibik. Miami besser gesagt Fort Lauderdale dient nur als Start bzw. Endpunkt für unsere inzwischen dritte Kreuzfahrt. 

 

Und schon höre ich die Leser stöhnen – Kreuzfahrt um Himmels Willen, wie kann man so was machen - stimmt, so haben ich auch immer gedacht. Ulkigerweise erlebe ich immer die gleichen Aussagen über Kreuzfahrten. Die die noch keine gemacht haben, können sich so was aber auch überhaupt nicht vorstellen. Die die schon mal kreuzgefahren sind, sind voll des Lobes darüber. Da ich auch zur ersten Kategorie gehörte, aber auch ab und zu mal experementierfreudig bin, sind wir 2010 mal auf so einen Kutter um die Vorurteile zu bestätigen oder abzubauen. 2012 haben wir nun bereits die dritte Kreuzfahrt hinter uns gebracht und damit bestätigt sich mein oben geschriebener Satz absolut! 

 

Natürlich könnte man auch in Florida bleiben, da ist es ja auch immer schön warm. Haha - selten so gelacht, 2010 hatten wir in und um Orlando im Februar gemütliche 8 Grad (immerhin plus) und Dauerregen, der ganze Malls überflutete. Somit also auch ungeeignet für einen Winterfluchturlaub, da nicht wirklich wettersicher. Also Karibik – da regnet es zwar auch, aber der Regen ist warm und unter 26 Grad fällt das Thermometer eh nie (zumindest nicht wenn wir dort sind)! 

 

Kommen wir wieder zu 2012 und zum Reisebericht

 

Nach unserem 2011er Flug mit US Airways war wieder mal ein Nonstopflug an der Reihe. Lufthansa hatte recht günstige Angebote nach Miami mit dem A380 und so freute sich die Miles&More Karte doppelt.

 

Also der A380 - schon nett der Flieger, auch wenn er nicht wirklich mehr Beinfreiheit bietet und die Flugbegleiterinnen auch nicht freundlicher als in einem anderen LH-Flieger sind. Der ohne besondere Vorkommnisse und deshalb angenehme Flug endete 10 Stunden später in Miami und nach dem Besuch des Dollar Schalter hatten wir auch fix unseren Mietwagen.

 

Die kurze Fahrt führte uns nach Fort Lauderdale, unserem bevorzugten Ziel in Florida. Das Cocobelle, wie immer unser Übernachtungsort, dieses Mal für 3 Nächte, finden wir inzwischen auch ohne Navi. Fort Lauderdale ist übrigens eine dieser Städte, in der Brücken zeitweise eine seltsame Form annehmen!

 

 

Wie die Tage bis zur Abfahrt vertreiben? 

 

-       Everglades? – nicht schon wieder!

-       Miami? – nett aber ohne NBA Spiel nicht unsere Richtung! 

 

Ein bisschen Kultur wäre nicht schlecht und um die Ecke des Cocobelle liegt das Bonnet House, das wir noch nicht besucht haben. Die Sawgrass Mills Mall steht auch auf dem Plan. Morgens wird der Strand besucht, die Abende verbringen wir am Las Olas Boulevard, der „Sehen und Gesehen werden Meile“ Fort Lauderdales. Wir wollen zwar nicht unbedingt gesehen werden, aber sehen ist ok und außerdem gibt es dort nette Lokale!

 

 

Kommen wir also zum Bonnet House, gebaut von Frederic Clay Bonnet – falsch, von Frederic Clay Bartlett. Bonnet House heißt es deshalb, weil Hugh Taylor Bonnet das Gelände ursprünglich gekauft hatte. Hmmm, schon wieder falsch, Hugh Taylor Birch hieß der Gute. „Sein“ State Park ist auch gerade gegenüber. Schlussendlich ist eine Seerose der tatsächliche Namensgeber des Hauses. Bartlett machte eine Menge Kohle mit Murals, also Wandbildern. Wer schon mal in Chicago war, hat bestimmt welche davon gesehen. 

 

Der Garten ist sehr schön angelegt, mit allen möglichen Pflanzen aus allen Ecken der Welt. Das Haus ist durchaus sehenswert, auch wenn man über Geschmack bekanntlich nicht streiten kann. Wer sich auf Bilder aus dem Haus freut – vergesst es, dort darf man nicht fotografieren.

 

Ein fahrbereiter Cadillac steht auch noch in der Garage

 

Zur Ehrenrettung Floridas sei noch vor Ablegen unseres Schiffchens gesagt:

 

Wir hatten die ersten drei Tage wirklich schönes Wetter! 

 

Als Übernachtungsort für die nächsten Tage hatten wir uns mal wieder für die Celebrity Equinox entschieden. Mit der waren wir schon letztes Jahr unterwegs (2010 war es die Celebrity Solstice, also gleiche Baureihe, nur anderer Name). 

 

 

Unten seht ihr die Reiseroute, die wir jetzt brav nach der Reihe abarbeiten werden. Natürlich kann man bei 8 Stunden Landgang keinen umfänglichen Eindruck von einer Insel bekommen, aber für einen ersten Eindruck reicht es schon und deshalb wissen wir jetzt auch, dass wir nach Bridgetown/Barbados nicht mehr müssen und Roseau/Dominica (nein, nicht Dom. Rep!) absolut klasse ist.

 

 

Vor unserem ersten Landgang schauen wir aber erst einmal im Theater vorbei, denn es war Superbowl Sunday, die Satelittenverbindung stand und die Stimmung war fabelhaft (letztlich aber eher bei den Giants Fans). Meiner einer ist Texans Fans und somit absolut entspannt ...

 

Oh, eine Einladung zum Asiaten! Wir sind schon groß und können fehlerfrei reservieren...

 

Am nächsten Morgen wachten wir dann schon im Hafen von Charlotte Amalie/St. Thomas (USVI) auf. Apropos aufwachen, da fällt mir ein, dass ich die Bilder unserer Koje, welche bei Celebrity Stateroom heißt, oben vergessen habe. 

 


Was auf den Bildern nicht zu erkennen ist, es gibt auch noch einen Balkon mit Tisch und zwei Liegestühlen. Aber nun endlich zu ein paar Bildern aus St. Thomas und unserer Jeepfahrt zum Sapphire Beach.

 

Immer schön zwei Hände ans Lenkrad...

 

Und weiter geschwommen nach Basseterre/St. Kitts, heute ohne Nevis! Ein paar Blümchen gucken und dann weiter zum Beachbreak. Es hatte ziemlich zugezogen und so verbrachen wir das Beachbreak an der Beachbar, was meist eh viel lustiger ist, zumindest im Laufe der (Trink-) Zeit!

 

Rumpunsch geht nur mit Augenbinde...

 

Ist irgendwie schon komisch, da gehst du in St. Kitts ins Bett (na ja zumindest theoretisch, ganz so früh liegen wir nicht flach) und in Bridgetown wachst du wieder auf. Wobei wir dort auch weiter schlafen hätten können. Zuerst hat es wie aus Kübeln warm gegossen und somit unser Beachbreak verwässert und unser späterer Besuch von Bridgetown war jetzt auch nicht so der Bringer. Großstädte in der Karibik sind irgendwie nicht besuchenswert, finden wir! Immerhin sahen wir das Bootchen von (wahrscheinlich) Paul Allen. Die Yacht kostete schlappe 200 Mio. Dollar und wem das noch zu billig ist…

 

…12 Mio. Unterhalt jährlich kommen noch dazu. Aber über das Bankkonto eines Microsoftler sollten wir uns wirklich keine Gedanken machen...

 

Regen in Barbados, aber immerhin warm...
Weil es ihr seit - ein Bild aus Bridgetown...
Hinter der rechten Palme versteckt sich die Softwareyacht...

 

Weiter geht’s nach Roseau auf der Insel Dominica. Von Dominica hatte ich bisher noch nie gehört und das ist, nachträglich gesehen, ein Versagen. Diese Insel ist nämlich wirklich klasse. Eigentlich genau so, wie ich mir die Karibik immer vorgestellt habe, obwohl es eine "unkaribische" Insel ist! Unkaribisch deshalb, weil es keine endlosen Sandstrände oder Korallenriffe gibt. Grüner, hügeliger, wasserfalliger, urwaldiger, flüssiger geht es aber nicht mehr! Dort gibt es sogar "richtige" Berge mit fast 1500 Meter... 

 

Ich habe zwar keine Sekunde von Fluch der Karibik 1 bis was weiß ich gesehen, aber anscheinend wurden auf Dominica sehr viele Szenen dafür gedreht.

 

Die ist größer und giftiger als sie hier erscheint...
Einmal durch diesen schmächtigen Bambus...
...und ab nach "oben"!
Immer schön der Pipeline nach...
Ab hier gehts nur noch schwimmend weiter. Am Ende wartet ein Wasserfall!
Erfrischt zurück, wieder an der Pipeline entlang...
...zum Taxi!

 

Stopp, das Schiff wartet bestimmt, also erst noch ein bisschen durch Roseau...

 

Hochhäuser gibt es auch auf Dominica...
Heißt das nicht - a guinness a day keeps the doctor away...
Das Schiff wartet doch nicht, tschüss Roseau!

  

Zum Abschluss ankerten wir in Philipsburg auf Sint Maarten, dort waren wir vor 2 Jahren schon einmal und hatten da auch den französischen Teil besucht. Dieses Jahr machten wir piano und schlappten nur ein bisschen durch die unzähligen Uhren- und Schmuckläden die so seltsame Namen wie „Little Switzerland“ tragen. Aber wo hat man denn zuerst Switzerland und 10 Meter weiter Holzschuhe und Teller mit Windmühlen drauf. So was gibt es wahrscheinlich nur auf den Niederländischen Antillen, die es aber gar nicht mehr gibt (ok, Celebrity weiß nix davon). Sint Maarten ist seit Ende 2010 eigenständig und so waren wir genaugenommen ja doch noch nicht hier.

 

Ein paar Meilen kommen da zusammen...
...aber Holland ist nur ne Palme weiter!

 

Nach 2 Seetagen liefen wir schwer erholt (entschleunigt auf neudeutsch) in Fort Lauderdale ein um die restlichen 2 Tage in Angriff zu nehmen. Der Mietwagen wieder von Dollar, die Unterkunft wenig überraschend das Cocobelle Resort und versorgt mit dem Tipp die Aventura Mall zu besuchen. Kein wirklich schlechter Tipp, eine edlere Mall ist mir noch nicht untergekommen. Natürlich kein Outlet, aber gepflastert mit tollen Geschäften, garniert mit ein paar Ferraris, Bentleys und anderen Armenschlitten! Wer noch Platz im Koffer und ein paar Scheinchen im Geldbeutel hat, hier könnte sich die Situation ändern.

 

Unser Armenschlittenmietwagen, dafür erst mit 100 Meilen auf der Uhr!

 

Abschließend noch ein wenig Kultur mit einem Besuch bei den „Cloisters of the Ancient Spanish Monastery“. Durch Zufall sind wir auf dieses kuriose Kleinod gestoßen. Das Kloster stand ursprünglich in Spanien und wurde dort 1925 abgebaut und in 11.000 Kisten nach Amerika verschifft. 1952 wurde das Kloster dann innerhalb von 19 Monaten wieder aufgebaut. Hmm, ich habe mir in der Aventura Mall ein Legoauto mit 1300+ Teilen gekauft, hoffentlich krieg ich das Teil schneller zusammen!

 

 

Hier noch die kuriose Entstehungsgeschichte mit ein paar Bildern:

 

 

Und schon war er wieder Geschichte, der dritte Teil von „Flucht in die Karibik“. Zum Abschluss zumindest noch eine Bildantwort auf eine mir oft gestellte Frage. Was macht man eigentlich an Seetagen?

 

Na gut, Bud ist nicht der Bringer...
...aber grundsätzlich ist die Auswahl so schlecht nicht!

 

Erwähnt werden sollte auch noch das allabendliche Auftauchen des "Celebrity Today" für den nächsten Tag. Vor allem die deutsche Übersetzung liefert einige nette Schmankerl. Nur ein kleines Beispiel stellvertretend für ne ganze Menge...

 

Also, wer eingehen will, nix wie hin!

 

Das ist übrigens die Beschreibung für ein italienisches Steakhouse auf der Equinox. Steakhouse? Italien? Eigentlich auch schon wieder exotisch... 

 

Und wieder war unser Winterfluchturlaub große Klasse, langsam gehen uns aber die Insel aus. Mal sehen, wann es heißt: 

 

Flucht in die Karibik - Teil 4