Es gibt Leute die behaupten,in den Schladminger Tauern kenne ich so ziemlich jeden Grashalm...

Ok - weit über 40 Besuche in dieser Region könnten darauf schließen lassen! Was ich dort aber noch nicht gemacht habe, ist eine Hüttentour. Deshalb ging es Ende Juli 2010 auf nach Schladming.

Geplant war eine Tour durch die Höll, vorbei an der Gfölleralm zum Preintalerhütte. Tags darauf durch die Klafferkessel, über den Greifenberg zur Gollinghütte. Am nächsten Tag über die Gollingscharte und vielleicht dem Hochgolling zur Landawirseehütte und weiter zur Keinprechthütte. Am letzten Tag dann über die Neualm zur Duisitzkarseehütte und abwärts zum Auto an der Eschachalm.

Start ist am Parklatz zur Höll am Ende des Untertales (die Höll ist ein Teil des Themenweg "Wilde Wasser"). Das Wetter zeigt sich noch von seiner guten Seite, aber es sind heftige Regenfälle angesagt. Es geht gleich ordentlich bergauf, vorbei an tobenden Wasserfällen (den höchsten der Steiermark), über eine höhenangstunfreundliche Hängebrücke und unzählige Treppenstufen, bis man die Gfölleralm am Fuß des Riesachsee erreicht. 

 

100% Gischt, der Freund eines jeden Objektiv...
...wilde Wasser eben!
Da gehts später drüber, ganz schön hoch...
... und löchrig!

Ein erster Zwischenstopp ist mit der Gfölleralm erreicht. Danach geht es weiter, eine Zeit lang am Riesachsee entlang, bis zur Kotalm und dann ansteigend bis zur Preintalerhütte (1656 m), unserer ersten Übernachtungsstation.

 

Gfölleralm
Riesachsee
Riesachsee, Blick zur Gfölleralm
Unser Ziel ist in Sicht, aber nur wenn man weiß wo sich die Preintaler versteckt!
Wasser hat es genug!
Das erste Ziel, die Preintalerhütte und das Wetter...
...sieht in Wirklichkeit so aus. Das Preintaler-Bild ist aus einem anderen Jahr. Im Bild die Waldhorn-Alm unseres "Taxi-Fahrers" Siegfried.
Unser 2-Bett-Zimmer
Ne Suppe und ein Bier, da ist auch das Wetter egal!

Ist es eigentlich statistisch belegt, dass schlechte Wettervorhersagen eher eintreffen, als gute? Nun, pünktlich zu unserer Ankunft auf der Preintaler Hütte goss es wie aus Eimern und die Schneefallgrenze kam bedrohlich nahe und morgen sollte es über den Greifenberg gehen, immerhin 2618 Meter hoch...

 

Der nächste Morgen - ohne Worte...

Der nächste Morgen brachte beim Blick aus dem Fenster Gewissheit! Ein herrlicher Tag zum faul auf der Haut liegen, in die Glotze gucken, nur eben nicht zum wandern! Was das Bild oben nicht zeigt, ist der sinnflutartige Regen und der Schnee auf ca. 2000 Metern! Nach Rücksprache mit dem Hüttenwirt war klar, über den Greifenberg geht heute gar nicht! Also Planänderung und die niedrigere Route über die Gfölleralm zur Gollinghütte. Mit Landschaftsbildern dieses Tages kann ich nicht dienen, wir hätten eine Unterwasserkamera benötigt. Es regnete tatsächlich den kompletten Weg wie aus Eimern! Aber nach Regen folgt Sonne, hoffentlich bald!

 

Auf der Gollinghütte schmeckt das Bier auch tropfnass!
Geduscht haben wir lang genug, nur nicht warm!

Die Nacht im Matratzenlager war nicht wirklich erholsam, aber der morgentliche Blick aus dem Fenster lies trotzdem Wanderfreude aufkommen. Die Wolken hingen noch tief, aber der blaue Himmel war nicht zu übersehen.

 

Und schon sind wir wieder weg, tschüss Gollinghütte
Hier geht`s lang...

Auf zur Keinprechthütte, die gemeinerweise 2 Berge weit weg liegt. Zuerst also in den Gollingwinkel zum warmlaufen.


Auf zum Gollingwinkel
Im Gollingwinkel, blue skies...

Dann beginnt der heftige Anstieg zur Gollingscharte, die immerhin 640 Meter höher liegt, als die Gollinghütte! Das Wetter hat sich wirklich positiv verändert, wirklichen Spaß macht der Aufstieg zur Gollingscharte trotzdem nicht. Der Weg ist steil, steinig und überhaupt...

 

...naja, wenigstens ist der Schnee von gestern erst auf ca 2400 Metern sichtbar. Zwar das KO-Kriterium für den Hochgolling, aber nicht weiter tragisch.

 

Auf dem Weg zur Gollingscharte
Aufwärts, immer dem Mond entgegen!
Wir kommen den Wolken näher...
...und schon sind wir durch!
Beschwerlich, beschwerlich!
Gollingscharte, in der Bildmitte das Zwischenziel Landawirseehütte

Auf der Gollingscharte pfeift der Wind so stark, dass man sich nicht lange aufhalten möchte. Abgesehen davon hat man jetzt einen Abstieg zu bewältigen, der auch nicht netter ist, als der Aufstieg. Also weiter, die Landawirseehütte ist in Sicht, wenn auch noch weit entfernt!

 

Ein paar Schneefelder gibt`s noch
Nicht mehr weit zur Landawirseehütte! Im Hintergrund die Gollingscharte.

Auf der Landawirseehütte (1985 m, manchmal ist sie auch 2020 Meter hoch und wird mit "ie" geschrieben) angekommen, erstmal ein Erholungsbier plus Speckknödelsuppe, damit der restliche Weg zur Keinprechthütte angegangen werden kann!

 

Landawirseehütte
Im Hintergrund die Trockenbrotscharte

 

Wer jetzt noch den Wegweiser von heute morgen im Kopf hat, könnte denken, es ist nur noch eine Stunde bis zur Keinprechthütte. Wenn man von der Gollingscharte nicht zur Landawirseehütte läuft mag das richtig sein, für uns bedeutet es aber noch einmal ca. 2,5 Stunden Fußmarsch über die Trockenbrotscharte.

 

Es geht mal wieder rauf...
Jetzt sieht man auch ein Stückchen Landawirsee!
Auf der Trockenbrotscharte, Blick in Richtung Eschachalm
Für die mit den Adleraugen! In der Bildmitte die Keinprechthütte

Von der Trockenbrotscharte kann man schon das Ziel unserer Tour erkennen. Bei der Eschachalm wartet Jufus Alter Schwede um uns wieder nach Baden zu bringen! Zuerst aber noch der Bezug unseres Zweibettzimmers auf der Keinprechthütte und der Versuch unsere Klamotten zu trocknen. Die werden auf so ner Tour aber eigentlich nicht mehr trocken, wenn sie mal so richtig durchgeweicht sind!

 

2er-Zimmer auf der Keinprechthütte...
...und der Versuch Klamotten zu trocknen!
Der beste Kaiserschmarrn der Welt gibt es auf der Keinprechthütte!

Am nächsten Tag geht es über die Neualm zur Duisitzkarseehütte und ab ins Tal zur Eschachalm. Das Wetter ist prächtig und so können wir auf der Duisitzkarseehütte auch endlich mal ohne Jacke in der Sonne sitzen und auf eine gelungene Hüttentour anstoßen!

 

Die Sonne geht auf...
...auf der Keinprechthütte!
Ein Blick zurück
Neualm
Zwischen Neualm und Duisitzkarsee
Duisitzkarsee
Die Duisitzkarseehütte, die obere in der Bildmitte. Die einzig wahre Hütte am Duisitzkarsee!
Isotonisch, durstlöschend, vitamienreich - Schladminger Märzen!
Verhackertbrot - lecker!

Fazit:

Auch ohne die Klafferkessel ist diese Tour abwechslungsreich und lohneswert. Gegen das Wetter kann man halt noch nichts ausrichten und dass es in den Bergen im Juli schneit, ist so ungewöhnlich auch nicht! Die Wege sind im Normalfall recht gut zu gehen (Gollingscharte steil) und der Höhenängstliche hat mit Ausnahme der Hängebrücke am Anfang (die umgangen werden kann) keine Probleme. Auch hier gilt aber wie immer: Kondition, Trittsicherheit und gute Bergausrüstung sind absolute Pflicht!

 

Es gibt noch einige Möglichkeiten die Tour zu verlängern. Die Anzahl von Schutzhütten in den Schladminger Tauern ist erstaunlich hoch. Wer Fragen zum Wandern in dieser Region hat, kann sich gerne melden. Ich werde versuchen zu helfen!

Mein Dank geht an Mitwanderer Jufu für die Bereitstellung einer Großzahl der Bilder und an Siegfried vom Eliashof in Rohrmoos, der uns von unserem Endpunkt Eschachalm zum Ausgangspunkt der Wanderung am Riesachfall gefahren hat!

 

Achso, beinahe vergessen: ADSNDSK ist ja noch zu klären!
Auf der Preintalerhütte fragten wir Hüttenwirt Franz Höflehner, ob sich noch Gäste angekündigt haben (zu diesem Zeitpunkt hat es ja schon geschüttet) und er meinte, dass sich noch eine Gruppe schwedischer Krankenschwestern angemeldet hätte ;-)


Nun, bis zum nächsten Morgen war sie leider noch nicht eingetroffen und auch auf unserer weiteren Tour sollten sie uns leider nicht begegnen, aber immerhin hatte ich einen Tourtitel:

"Auf der Suche nach den schwedischen Krankenschwestern"

 

Unten gibt es noch die gesamte Tour als GPS-File: